Nervensystem beruhigen - die besten Tipps

Nervensystem beruhigen: Der sanfte Abend-Guide für Overthinker (die einfach nur schlafen wollen)

Meine Güte.

Es ist 22:37 Uhr. Du liegst im Bett. Eigentlich müde. Eigentlich fertig.
Und dann BÄM 💥
Dein Gehirn denkt sich: „Perfekter Moment, um ALLES zu analysieren, was du jemals falsch gemacht hast.“

Herz klopft. Gedanken rasen. Der Körper fühlt sich gleichzeitig müde und unter Strom an.
Und du denkst dir:

👉 Warum kann ich mein Nervensystem abends einfach nicht beruhigen?

Willkommen im Club der Overthinker.
Und nein: Mit dir ist nichts kaputt. Dein Nervensystem ist nur komplett überfordert.

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt,

  • warum dein Nervensystem abends nicht abschaltet
  • was bei Stress wirklich in deinem Körper passiert
  • wie du dein Nervensystem beruhigen kannst – sanft, realistisch und ohne spirituellen Druck
  • wie du den Parasympathikus aktivierst
  • und was du tun kannst, wenn dein Körper abends einfach nicht zur Ruhe kommt

Kein Bullshit. Kein „denk positiv“.
Sondern Tools, die sich anfühlen wie: „Ahhh. Endlich versteht mich jemand.“

Warum schaltet mein Nervensystem abends nicht ab?

Die kurze Antwort:
👉 Weil dein Nervensystem tagsüber zu lange im Alarmmodus war.

Die längere (und wichtigere) Antwort:
Dein Nervensystem liebt Sicherheit.
Und abends passiert etwas Gemeines:

  • keine Ablenkung mehr
  • kein To-do-Lärm
  • kein Funktionieren

Plötzlich ist da Stille.
Und dein Nervensystem denkt sich:

🧠 „Oh. Ruhe. Zeit, alles aufzuarbeiten.“

Für Overthinker ist Ruhe kein Entspannungszustand, sondern oft ein Trigger.
Weil unter der Oberfläche noch Stressreste liegen, die tagsüber ignoriert wurden.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt (bitte merken 💡):
👉 Dein Nervensystem kann nicht einfach per Knopfdruck abschalten.
Es braucht Signale von Sicherheit.

Wenn du hier den Zusammenhang noch besser verstehen willst, schaue in diesen Artikel → Schlafen trotz Stress (Leitfaden)

Was passiert im Körper bei Stress? (Einfach erklärt)

Was passiert bei Stress im Körper?

Stell dir dein Nervensystem wie ein Sicherheitssystem vor.

Sympathikus = Alarmanlage 🚨

  • Herz schlägt schneller
  • Muskeln spannen sich an
  • Cortisol & Adrenalin steigen
  • Denken wird schneller, aber enger

Dein Körper glaubt: Gefahr!

Parasympathikus = Entspannungsmodus 🌿

  • Herzschlag wird ruhiger
  • Verdauung läuft
  • Muskeln entspannen
  • Schlaf wird möglich

Problem:

Viele von uns hängen abends noch voll im Sympathikus.
Obwohl wir müde sind. Das fühlt sich an wie:

„Ich bin erschöpft, aber innerlich aufgedreht.“

Das ist kein Charakterfehler.
Das ist Biologie.

Warum arbeitet mein Gehirn abends weiter?

Weil dein Gehirn Probleme liebt.
Und weil es Sicherheit herstellen will.

Tagsüber wird vieles unterdrückt:

  • Emotionen
  • Gedanken
  • Unsicherheiten

Abends, wenn du liegst, fährt dein Gehirn das sogenannte Default Mode Network hoch.
Das ist leider der Grübel-Modus.

Und der denkt:

  • „Hättest du das anders sagen sollen?“
  • „Was ist, wenn…?“
  • „Warum bist du so?“

Wenn du das besser verstehen willst, schaue in diesen Artikel:

👉 Stress und Schlaf: Warum sich deine Schlafprobleme selbst verstärken

Spoiler:
Abends Probleme lösen klappt NIE.
Dein Gehirn versucht es trotzdem. 😁

Was tun, wenn der Körper abends nicht zur Ruhe kommt?

Erster wichtiger Reality-Check:
👉 Du musst nicht noch ruhiger werden.
👉 Du musst deinem Nervensystem zeigen, dass keine Gefahr besteht.

Typische Gründe, warum dein Nervensystem abends nicht runterfährt:

  • zu viel Bildschirm & Dopamin
  • emotionaler Stress
  • unterdrückte Anspannung im Körper
  • zu hoher Cortisolspiegel
  • ständiges Funktionieren

Die Lösung ist Regulation, nicht Kontrolle.

Wie kann man das Nervensystem beruhigen – schnell & sanft

Jetzt wird’s praktisch 😌
Hier kommen Tools, die wirklich helfen.

1. Atmung: Dein direkter Draht zum Nervensystem

Wenn du nur EINE Sache machst, dann diese:

Extended Exhale

  • 4 Sekunden einatmen
  • 6–8 Sekunden ausatmen
  • 2–3 Minuten

Längeres Ausatmen = Signal an den Parasympathikus: Alles sicher.

Oder der Klassiker für Overthinker:

Physiological Sigh

  • zweimal kurz einatmen
  • lang ausatmen Boom. Dein Nervensystem versteht das.

2. Körper zuerst, Kopf später

Overthinker wollen immer alles verstehen.
Aber dein Nervensystem hört nicht auf Argumente.

Was hilft:

  • Schultern bewusst fallen lassen
  • Beine schwer in die Matratze sinken lassen
  • Hände auf den Bauch legen

Sag innerlich:

„Ich bin hier. Ich bin sicher.“

Ja, klingt kitschig.
Ja, wirkt aber trotzdem.

Und noch ein Tipp:
Ich war ehrlich gesagt mega skeptisch. Eine Gewichtsdecke* soll mein Nervensystem beruhigen?
Ja. Soll sie. Diese schwere Decke vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität – und genau dieses Gefühl braucht mein Nervensystem abends.

3. Bilaterale Stimulation (Gamechanger!)

Butterfly Tap:

  • Arme überkreuzen
  • abwechselnd links & rechts klopfen

Das hilft deinem Gehirn, aus der Alarmspirale auszusteigen.
Wird auch in der Traumatherapie genutzt.
Und nein, du brauchst kein Trauma, damit es wirkt 😉

Was hilft, um den Parasympathikus zu aktivieren?

Ahhh, der Star des Abends ✨

Der Parasympathikus liebt:

  • langsame Bewegungen
  • Wärme
  • Dunkelheit
  • Wiederholung
  • Sicherheit

Konkrete Parasympathikus-Booster

  • warmes Fußbad
  • warme Dusche
  • Summen oder Brummen
  • sanfte Dehnung von Nacken & Kiefer
  • leise Musik oder Naturgeräusche

Und ganz wichtig:

👉 Kein Druck.
Je mehr du dich zwingst zu entspannen, desto weniger klappt es.

Ich war übrigens lange im Team „Meditation ist nichts für mich“ – bis ich abends mal eine geführte Nervensystem-Übung* ausprobiert habe.
Keine Esoterik, kein Mantra, einfach jemand, der mir sagt, wann ich wie atmen soll.
Mein Körper war schneller ruhig als mein Kopf. 

Was beruhigt das vegetative Nervensystem langfristig?

Was beruhigt das Nervensystem langfristig?

Kurz gesagt: Verlässlichkeit.

Dein Nervensystem liebt:

  • Routinen
  • klare Signale
  • vorhersehbare Abläufe

Langfristig helfen:

  • feste Abendzeiten
  • weniger Reize
  • Journaling statt Grübeln
  • Bewegung am Tag
  • Grenzen setzen

Und bitte hör auf zu denken, du müsstest erst „alles im Griff haben“, um schlafen zu dürfen.
Das ist Nervensystem-Folter 😅

Ich habe mir übrigens irgendwann angewöhnt, abends immer eine Duftkerze* anzumachen.
Und was soll ich sagen: Mein Gehirn hat das schneller gelernt als ich.
Allein der Geruch reicht inzwischen schon, damit mein Nervensystem runterfährt.

Meine sanfte Abendroutine zum Nervensystem beruhigen (für Overthinker)

Kein 20-Schritte-Plan. Versprochen. Schnell und einfach umsetzbar.

Schritt 1: Tag abschließen

  • 3 Stichpunkte: Was war heute genug?

Schritt 2: Körper runterfahren

  • Atemübung oder Dehnung

Schritt 3: Gedanken parken

  • Schreib alles auf, was morgen warten darf

Schritt 4: Parasympathikus aktivieren

  • Wärme, Dunkelheit, Ruhe

Schritt 5: Schlafdruck nutzen

  • nicht warten, bis du „perfekt ruhig“ bist

Schlafen darf auch unperfekt starten.

Q&A – die häufigsten Fragen

Was beruhigt das vegetative Nervensystem am schnellsten?

👉 Längeres Ausatmen + Körperkontakt (z. B. Hände auf Bauch).

Warum bin ich abends müde, aber innerlich unruhig?

👉 Weil dein Nervensystem noch im Sympathikus hängt.

Kann man den Parasympathikus trainieren?

👉 Ja! Durch Wiederholung. Kleine Rituale reichen völlig.

Was tun bei nächtlichem Overthinking?

👉 Nicht diskutieren. Atmen. Körper spüren. Gedanken ziehen lassen.

Fazit: Dein Nervensystem ist nicht kaputt

Bitte merk dir das ❤️

Du bist nicht zu sensibel.
Nicht falsch.
Nicht kompliziert.

Dein Nervensystem hat einfach zu lange versucht, dich zu schützen.

Und jetzt darfst du ihm abends zeigen:

„Hey. Es ist okay. Wir sind sicher.“

P.S.: Dein Nervensystem liest mit. Sei lieb zu ihm 😉

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